Software Investitionen und Risikomanagement
Informationen rund um das Thema Software Escrow und Quellcodehinterlegung. Fragen und Antworten, Fallbeispiele etc.
Software-Investitionen bergen Risiken. Angesichts vieler Insolvenzen von Hersteller-Unternehmen sind sowohl die Angst vor dem plötzlichen Ausfall des Herstellers als auch das Sicherheitsbedürfnis der Anwender spürbar gewachsen. Die Zukunftssicherheit eines Produktes ist inzwischen eines der wichtigsten Kaufargumente. Escrow-Verträge helfen sowohl den Anwendern wie auch den Herstellern: Da sie Sicherheit schaffen, überwinden sie Investitionsscheue und Kaufzurückhaltung.
Eine BITKOM Publikation gibt Hinweise, mit welchen Mitteln ein Unternehmen die Risiken minimieren kann, die aus einer Insolvenz eines Geschäftspartners (Kunde oder Zulieferer) entstehen. BITKOM CHECKLISTE
Unter Ziffer 6 wird das Thema Escrow behandelt.
Ein Problem mit gravierenden Folgen
Das abrupte Ende der New Economy und die plötzliche Insolvenz tausender junger IT-Firmen lasten - wie ein Trauma - noch immer auf dem Software-Markt. Stellt ein Software-Anbieter aus irgendeinem Grund seinen Support ein, kann dies für seine Kunden existenzbedrohend sein: Die Software kann nicht mehr verändert werden und muss kurzfristig durch eine neue ersetzt werden. Die Investition in das unbrauchbar gewordene Produkt ist entwertet, Geschäftsabläufe werden empfindlich behindert und unkalkulierbare Folgekosten entstehen.
Risiken lähmen den Markt
Um Sicherheit zu erlangen, durchleuchten viele Software kaufende Unternehmen die Bilanzen der Anbieter und versuchen daraus Rückschlüsse auf deren Überlebensfähigkeit zu ziehen. Die Folge: Investitionen werden hinausgeschoben und Geschäfte kommen nicht zustande - die Absatzprobleme der Software-Hersteller verschärfen sich und die Zahl der Insolvenzen steigt.
Was ist Escrow?
Escrow bezeichnet die treuhändische Verwahrung des Quellcodes von Softwareprodukten. Kommt der Hersteller seinen Serviceverpflichtungen nicht nach oder wird insolvent, wird das hinterlegte Gut an den Anwender übergeben. Die Bedingungen der Aushändigung des Quellcodes werden in einem Escrow-Vertrag geregelt.
Der Käufer sichert die Wieder- bzw. Weiterverwendung der Software im Notfall. Die Geschäftsgeheimnisse des Herstellers bleiben vor Missbrauch geschützt.
Was ist Quellcode?
Quellcodes sind die in einer Programmiersprache formulierten Baupläne einer Software, die in Steuerbefehle für Computer umgewandelt werden. Ohne Kenntnis des Quellcodes ist es unmöglich, eine Software zu verändern, zu erweitern oder zu pflegen. Für den Hersteller ist der Quellcode wertvollstes Kapital, das vor der Offenlegung geschützt werden muss. Verschwindet der Entwickler jedoch vom Markt, geht auch das Wissen um die inneren Strukturen einer Software verloren.

